SafePAT-Symposium: Gestärkt für Patientensicherheit

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Am Donnerstag, den 13.02.2020, organisierte das SafePAT-Konsortium sein zweites Symposium mit dem Titel „Power-Ups for Patient Safety“. Einen ganzen Tag lang widmeten Fachleute aus dem Gesundheitswesen, politische Entscheidungsträger, Studierenden und wissenschaftliches Personal ihre Zeit und Energie der Optimierung der Patientensicherheit in der Euregio Maas-Rhein. Falls Sie nicht dabei sein konnten, hier die Highlights dieses wirklich inspirierenden Tages!

 

Aufmerksames Zuhören beim Vortrag des Hauptredners

 

Zunächst einmal gilt: Sharing is caring! Statt sie zu verstecken, sollten auch Fehler und Lücken bei der Patientensicherheit geteilt werden – nur so können wir aus Fehlern lernen und die Patientensicherheit kontinuierlich verbessern. Ein hervorragendes Beispiel für diese Kultur des Teilens wurde von Professor Rolf Rossaint und Professor Hugo van Aken geboten. Beide teilten persönliche Erfahrungen mit Irrtümern bei der Patientensicherheit und erklärten detailliert, wie diese Erfahrungen die Diskussionen zum Thema bereichert haben. Wie Dorien Ulenaers von der Universität Hasselt später vorschlug, könne man dazu übergehen, von „Irrtümern“ statt von „Fehlern“ zu sprechen, um zu betonen, dass Offenlegung in diesem Bereich nicht negativ zu bewerten sei. Als positives Beispiel dafür gelte die Luftfahrt, wo dies schon seit langem fester Bestandteil der Sicherheitskultur sei, so Pilot Sebastian Sieberichs.

 

Workshop in der Aachener Universität RWTH

 

Zweitens: Die Macht des guten Standards („power of good standard“) sollte nicht unterschätzt werden. Wir alle kennen die Wirksamkeit einer Standardisierung, man denke allein an die europäische Notrufnummer 112. Professor van Aken plädierte für die Standardisierung einer internen Krankenhaus-Notrufnummer (2222). Es fanden inspirierende Workshops der Projektpartner RWTH Aachen und CHR Citadelle zum Thema Implementierung von standardisierten Übergaben statt. Ferner erläuterte Sebastian Sieberichs das Vorzeigebeispiel eines standardisierten Risiko-Management-Systems in der Luftfahrt. SafePAT strebt in seiner Arbeit eine Standardisierung in gewissem Maße an, , aber es gibt noch viel zu tun!

 

Ein gutes Beispiel für Teamarbeit – die SafePAT-Mitglieder!

 

Drittens gilt: Gesundheitsversorgung ist Teamarbeit. Besonders im grenzüberschreitender Gesundheitsversorgung, wo Fachleute aus dem Gesundheitsweisen aus unterschiedlichen Ländern zusammenarbeiten, ist es wichtig, Unterschiede zu kennen und zu verstehen. In diesen Fällen kann es besonders hilfreich sein, in gemeinsamen Diskussionen Erfahrungen und Erwartungen zu besprechen, um die Kommunikation zu verbessern. Michael Hoven und Daniëlle Verstegen machten in ihrem interaktiven Workshop deutlich, wie die Universität Maastricht und die RWTH Aachen dies unterstützt. Gute Zusammenarbeit im Team setzt eine gute Kommunikation voraus, und dafür ist Zuhören unerlässlich. Andrea Lenes und Martin Klasen von der RWTH Aachen erklärten, wie wichtig es ist, bei der Formulierung von klaren Aussagen Gefühle von Fakten zu trennen. In einem internationalen, interprofessionellen und interdisziplinären Workshop zur Patientenübergabe und Schnittstellenmanagement von Frau Dr. Lina Vogt wurde mittels Simulation die Übergabe eines Schwerstverletzen im Team trainiert.

Viertens: Technologie ist die Zukunft. Mitarbeiter der Offenen Universität Heerlen demonstrierten sehr anschaulich die Möglichkeiten, welche die virtuelle Realität dem Gesundheitswesen bietet, z. B. bei der Vorbereitung von Patienten auf eine Operation und bei der Angstbewältigung. Zusätzlich zeigten sie welchen Einfluss die Verwendung multimodaler Daten bei der Verbesserung von Ausbildungen in der Herz-Lungen Wiederbelebung haben kann. Fachleute aus dem Gesundheitswesen erhalten somit unmittelbare Rückmeldung, wenn sie Techniken der Wiederbelebung praktizieren.

Und schließlich gilt es sicherzustellen, dass der Patient in Patientensicherheit ist. Wim Pinxten und Axel Verstrael von der “Patient Embassy” der Universität Hasselt erläuterten ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie Patienten in unsere Diskussionen über Qualität und Sicherheit im Gesundheitswesen mit einbezogen werden sollten. Durch frühe Weitergabe von Berichten aus der Perspektive betroffener Patienten an Studierenden können wir unsere zukünftigen Fachleute im Gesundheitswesen dafür sensibilisieren, ihren Patienten zuzuhören. Schließlich sind Letztere die Endverbraucher all unserer Bemühungen, weshalb sollten sie dann nicht in den Prozess miteinbezogen werden.

Ein inspirierender Tag, aus dem wir „powered-up for patient safety“ (wie im Titel des Symposiums  ⇒ gestärkt für Patientensicherheit) hervorgegangen sind!